Sechs Prozent bei der Post

Um sich die Mittel zu beschaffen, die sie offensichtlich vom Kapitalmarkt nicht bekommen kann, hat sich die Deutsche Bundespost entschlossen, auch längerfristige Spareinlagen im Rahmen des Postsparkassendienstes anzunehmen. Im einzelnen wird die Bundespost vom 1. Januar 1967 an neben den normalen Postspargeldern mit vierteljährlicher Kündigung (werden mit 4 1/2 Prozent verzinst) zwei neue Sparkategorien schaffen: 1. Postsparbücher mit zwölfmonatiger Kündigung und einem Zinssatz von 5 1/2 Prozent und 2. Postsparbücher mit 2 1/2 Jahren Kündigung mit einem Zinssatz von 6 Prozent. Vorhandene „normale“ Postsparbücher können in solche, mit längeren Kündigungsfristen umgetauscht werden.

Neuer internationaler Investmentfonds

In den nächsten Tagen wird ein neuer internationaler Investmentfonds gegründet werden. Er geht auf die Initiative der United Trust & Co. of New York zurück, die bereits Vermögenswerte von rund zehn Milliarden Mark verwaltet. Die Anteile des neuen Fonds werden keine Zertifikate, sondern Aktien sein, ähnlich wie bei der Rotterdamsche Beleggingsconsortius N. V. (Robeco). Die neue Aktie wird im Freiverkehr der europäischen Börsen gehandelt werden. Angesehene deutsche und europäische Banken gehören zu den Ersterwerbern dieser Aktien, die dann an das Sparerpublikum verkauft werden sollen. Wie es heißt, werden die Verkaufsspesen relativ niedrig sein. Der neue Fonds, so hoffen die europäischen Banken, wird ein wirksames Instrument werden, mit dem man der aggressiven Tätigkeit einiger amerikanischer und pseudoamerikanischer Fonds in Europa entgegentreten kann.

Dividendengarantie für Aschzell-Aktionäre

Im Zuge der neuen Sanierungsaktion bei den Aschaffenburger Zellstoffwerken muß – wie schon berichtet – das Kapital im Verhältnis 4:3 zusammengelegt werden. Die Bayerische Hypotheken- und Wechselbank, Großaktionär bei Aschzell, wird den Kleinaktionären (bis 50 000 Mark Nennwert) den Schritt dadurch erleichtern, indem sie diesem Aktionärskreis Berechtigungsscheine bietet, die einer Dividendengarantie für vier Jahre gleichkommen. Jeder Kleinaktionär erhält auf jede alte Aktie zu nom. 100 Mark für die Geschäftsjahre 1967, 1968, 1969 und 1970 je drei Mark – demnach für die 4:3 herabgesetzten Aktien vier Prozent jährlich –, sofern die Gesellschaft für die genannten Geschäftsjahre keine Dividende ausschüttet. Bei Zahlung einer Dividende durch die Gesellschaft ermäßigt sich die Bankzahlung um je 0,75 Mark für jedes beschlossene Prozent Dividende.

Bald Bayer-Kapitalerhöhung