So weit abwärts wie diesmal ging es noch nie. In der Nachkriegsgeschichte ist das Bruttosozialprodukt der Bundesrepublik – also die Summe aller Güter und Dienstleistungen, die in einem Jahr erarbeitet werden – nicht immer gleichmäßig gewachsen. Auf Perioden der Hochkonjunktur folgten Jahre mit ruhigerer Wirtschaftsentwicklung. Ein so schwaches Wachstum wie 1966 hat es aber bisher noch nicht gegeben. Nach den Berechnungen der Experten wird das kommende Jahr einen erneuten Tiefstand bringen. Auch der Gipfel, der im jüngsten Wachstumszyklus 1964 mit einer Steigerung des Bruttosozialprodukts um 6,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr erreicht worden ist, lag schon niedriger als in den anderen Perioden. Noch läßt sich nicht absehen, ob das Jahr 1968 einen erneuten Aufschwung bringen wird. Entscheidend hierfür ist, ob die neue Bundesregierung endlich wieder Wirtschaftspolitik treibt oder die Zügel weiter schleifen läßt. Davon hängt auch die Entwicklung der Arbeitnehmereinkommen ab, die in jeder Wachstumsperiode kräftig anstiegen.