Sehr sehenswert:

„Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“ (Who’s Afraid Of Virginia Woolf?). Der Bühnenregisseur Mike Nichols hat Edward Albees böses Ehe-Drama für die Kinoleinwand kaum gemildert: In einem düsteren Schwarz-Weiß-Film agiert Hollywoods Glamour-Paar Elizabeth Taylor und Richard Burton nicht für die Kasse, sondern um schauspielerische Ehren, und bietet dabei eine überdurchschnittliche Leistung.

Bereits besprochen: „Abschied von gestern (Anita G.)“, von Alexander Kluge. „Alexander Newskij“, von Sergej M. Eisenstein. „Der Glanz des Hauses Amberson“, von Orson Welles. „Der Soldat“, von Jean-Luc Godard. „Der Würgeengel“, von Luis Buñuel. „Der zerrissene Vorhang“, von Alfred Hitchcock. „Fahrenheit 451“, von François Truffaut. „Hallelujah – die Hügel“, von Adolfas Mekas. „Mamma Roma“, von Pier Paolo Pasolini. „Wenn Katelbach kommt“, von Roman Polanski.

Sehenswert:

„Die Nibelungen I – Siegfried“. Von Harald Reinl. Wer Kitsch erwartete, sieht sich getäuscht: Kitsch-simuliert Tiefe, Reinls Film aber ist ganz ohne (echte wie falsche) Tiefe, reines physisches Kino, heiter, sportlich und extrovertiert. Im Gegensatz zu anderen Filmen seiner Art ist dieser frei von jeder Aggressivität; die Blonden sind blond, die Schwarzen schwarz, die Hünen groß, die Zwerge klein, keiner ist besser als der andere – Fritz Langs und Thea von Harbous ‚Nibelungen“ waren weniger harmlos. Mit denselben Maßstäben gemessen wie ein Comic Strip, ein Chanson oder ein Western, besteht Reinls Film nicht schlecht: Er schielt nicht nach dem Höheren, hat Humor und einen feinen optischen drive und kultiviert kein Vorurteil.

„Die Todes-Ranch“ (The Night of the Grizzy). Von Joseph Pevney. Diesem Familien-Western sieht man nicht an, daß er neu ist: Er akkumuliert weder Stars noch Sensationen und versucht auch nicht, komisch zu sein. Erzählt wird die simple Geschichte eines ehemaligen Sheriffs, der sich mit seinen Lieben auf einer Ranch in Wyoming zur Ruhe setzen will. Seine Gegenspieler sind ein, bösartiger Grizzly-Bär, der den Viehbestand der Ranch immer wieder dezimiert, und ein Revolvermann, der mit ihm noch eine alte Rechnung zu begleichen hat. Mit einem Minimum an Aufwand kultiviert Pevney die naiven Traditionen des Genres: Dennoch ist sein Film auch an Spannung jenen zahlreichen platt-blutrünstigen italienischen Western-Kopien, die zur Zeit die Kinos überschwemmen, weit voraus.

Bereits besprochen: „Das Irrlicht“, von Louis Malle. „Der Schatten“, von Jerzy Kawalerowicz. „Die gefürchteten Vier“, von Richard Brooks. „Ein Fall für Harper“, von Jack Smight. „Ein Mann wird gejagt“, von Arthur Penn. „Pharao“, von Jerzy Kawalerowicz. „Romeo, Julia und die Finsternis“, von Jirí Weiss.