Während die chinesische Propaganda nicht müde wird, die amerikanischen „Aggressoren“ zu verdammen, während die Vereinigten Staaten dem „Aggressor“ China noch immer den Zutritt zur UN verwehren, hat Mao auf verschwiegenen Wegen großzügige Geschäfte mit den USA getätigt – auf Kosten der Vietcongs. Anfang dieses Jahres kauften die Amerikaner über Mittelsleute in Singapur von der Volksrepublik China für umgerechnet vier Millionen Dollar strategisch wichtigen Stahl.

Nur in China war zu jener Zeit in kurzer Frist Stahl von der Güte und der Menge zu haben, wie ihn die Amerikaner zum Bau ihrer Flugplätze und Bunker in Südvietnam dringend benötigten. Die Ware wurde nach Saigon verschifft und über Banken in Hongkong bezahlt. Auf den Stahlbarren war der Name des Herstellers gelöscht, doch müssen nach Ansicht des Handels in Singapur alle Beteiligten gewußt haben, was gespielt wurde.

Dazu paßt die Behauptung der sowjetischen Presse, daß die britische Kronkolonie Hongkong 1965 Waren im Werte von 1,6 Milliarden Mark aus China importierte und für zwei Milliarden Mark Güter in die USA exportierte. Offiziell gilt in den USA ein Boykott chinesischer Produkte. Perücken aus Hongkong dürfen zum Beispiel nur verkauft werden, wenn nachgewiesen wird, daß das Haar nicht von Chinesinnen, sondern von Frauen aus Indien und Indonesien stammt.

Die Enthüllungen über das Stahlgeschäft ließen den Verdacht aufkommen, daß der Zement, der in diesem Jahr von Singapur nach Südvietnam verladen wurde, derselbe war, der zuvor in Nordvietnam eingekauft wurde.