Was ist des Deutschen Weihnachtsfest? Unter allen Festen mit religiösen und ruinösen Aspekten ist es das innigste, so tief und traut, so rührsam und reich, so deutsch, ein Fest der Familie und des Friedens, der inneren Einkehr und der Stille. Süßer die Glocken nie klingen ...

Doch die Zerrissenheit der deutschen Seele duldete unter dem Christbaum schon immer Abgründe von Habgier und Völlerei. Neuerdings überrascht sie zur lieben Weihnachtszeit mit Fluchttendenzen, verschmäht die eigene gute Stube, den handgeschmückten Lichterbaum, das intime Weihnachtslied. Verlockungen kommerzieller Reiseunternehmen, entfremden den deutschen Menschen dem Schoß der Familie, indem sie die Schrecken eines Heiligen Abends in einem fremden, unpersönlichen Hotel ins schroffe Gegenteil verkehren und in etwa zwanzig Orten in den Alpen Hotelweihnachten wie zu Hause veranstalten.

Auf den Festtagsreisen in die stille, heilige, pauschale Nacht gibt’s Lichterglanz und Weihnachtslieder und für die Kleinen einen Scharnow-Märchenonkel und eine Hummel-Bescherung unter dem Christbaum. Das vorweihnachtliche Interesse am Arrangement mit dem Hotel-Christkind übertraf die Nachfrage des vergangenen Jahres um zwanzig Prozent. Wer sagt denn, daß eine Hotelhalle der inneren Einkehr feindlich sei und die Glocken in der Fremde minder süß klängen...?

Und warum sollte daher auch die Weihnachtszeit an Bord etwa des italienischen Schiffes „Stelvio“ auf Orient-Kreuzfahrt nicht fröhlich, selig und gnadenbringend sein, die Weihnachtsfeier nebst Galadiner auf hohem Mittelmeer zwischen Zypern und Syrien nicht tief und traut?

Fröhlicher, seliger und gnadenbringender ist sie natürlich an Bord des französischen Luxusschiffes „Ancerville“ auf dem Weg nach Dakar, schon allein wegen der größeren Entfernung und der feierlichen Mitternachtsmesse als Abschluß eines festlichen Diners mit Champagner und Kotillon.

Am fröhlichsten, seligsten und gnadenbringendsten ist sie aber ohne Zweifel auf der Schiffsreise mit dem neuen französischen Luxusschiff „Renaissance“ nach Zypern, Israel, der Türkei und Griechenland. Denn: Auf dieser Fahrt können Sie unter orientalischem Sternenhimmel die Mitternachtsmesse in Nazareth erleben.

Die Heilige Nacht im Heiligen Land, an Ort und Stelle den Gesang anstimmen: „Uns ist der Heiland heute geboren“: Größere weihnachtliche Pauschalwonnen gibt es nicht. Vor solchem Gnadenreichtum (18 Tage für 2126 bis 4658 Mark) verblassen die heimischen Stearinlichtlein und elektrischen Christbaumgarnituren.