Die Bundesregierung ist bereit, sich an den von der UNO beschlossenen Sanktionen gegen Rhodesien zu beteiligen. Die wirtschaftliche Bedeutung dieses Beschlusses für die Bundesrepublik ist gering.

Der deutsche Handel mit Rhodesien ist – gemessen am gesamten Außenhandelsvolumen – bescheiden. In den ersten zehn Monaten dieses Jahres wurden Waren im Werte von 111 Millionen Mark aus Rhodesien eingeführt und für 38 Millionen Mark deutsche Güter exportiert. Die Einfuhr der Bundesrepublik konzentriert sich zu 95 Prozent auf drei Produkte: Tabak (etwa 51 Prozent), Kupfer (34 Prozent) und Asbest (10 Prozent).

Die Wirtschaft dringt darauf, wenigstens die ‘aufenden Verträge mit Rhodesien zu erfüllen. Andernfalls müßte Bonn mit einer Verfassungsklage rechnen. Man bedauert, daß deutsche Unternehmen wegen der politischen Ziele anderer Staaten bestehende Verträge brechen sollen. Vor allem aber fürchtet man, der Boykott gegen Rhodesien könnte Schule machen und die jeweilige Mehrheit in der UNO werde vielleicht ähnliche Maßnahmen gegen andere Staaten verhängen, zu denen die Bundesrepublik enge wirtschaftliche Beziehungen unterhält.