Die neuen Minister setzen auf allen Gebieten neue Akzente. Wohnungsbauminister Lauritzen hält im Gegensatz zu seinen beiden Vorgängern eine weitere öffentliche Förderung des Wohnungsbaus für notwendig. Mindestens 400 000 Wohnungen sollten jährlich gebaut werden. Bauwirtschaft und Wohnungssuchende hören solche Ankündigungen gern.

Wenig Gegenliebe wird der Minister dagegen bei den Grundeigentümern mit seiner Absicht finden, in Ballungsgebieten wie Berlin, Hamburg oder Düsseldorf den Endtermin für die völlige Freigabe der Mieten nochmals hinauszuschieben. Die Mieter der Sozialwohnungen wird sein Plan, über die Erhöhung der Darlehenszinsen die Mieten anzuheben, Wenig begeistern.

Trotzdem sind beide Maßnahmen berechtigt. Das gestiegene Einkommen vieler Sozialmieter rechtfertigt keine weitere Subventionierung ihrer Mieten aus öffentlichen Mitteln. Andererseits sind in den Ballungsgebieten Angebot und Nachfrage nach Wohnraum immer noch nicht soweit ausgeglichen, daß Mieter und Vermieter sich als gleichstarke Marktpartner gegenüberstehen. Damit die Zwangswirtschaft in absehbarer Zeit aber doch ein Ende findet, sollte das Gießkannensystem bei der Förderung des Wohnungsbaus endlich aufgegeben und die öffentlichen Mittel auf die Ballungsgebiete konzentriert werden. mj