Am Weihnachtsabend wurde überraschend die unter Spionageverdacht in der UdSSR festgehaltene Frankfurter Journalistin Martina Kischke freigelassen und zusammen mit drei DDR-Gefangenen gegen den wegen Spionage für Prag verurteilten Bonner Abgeordneten Frenzel ausgetauscht. Die ungarischen Behörden ließen am Heiligen Abend einen zu zehn Monaten Gefängnis verurteilten deutschen Fluchthelfer frei. Auf dem Flughafen Wahn wurde ein Bonner Barmixer unter dem Verdacht der Spionage für Ostberlin verhaftet. Westberliner SED-Mitglieder durften zu den Feiertagen Ostberlin besuchen.

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Nach nur lässig eingehaltener Waffenruhe an den Weihnachtstagen setzten die Kämpfe in Vietnam erneut mit unverminderter Stärke wieder ein. Durch ein abstürzendes amerikanisches Transportflugzeug kamen in der Nähe von Danang weit über hundert vietnamesische Dorfbewohner ums Leben. Der nordvietnamesische Staatspräsident Ho Tschi Minh wünschte dem amerikanischen Volk Glück und Frieden im neuen Jahr.

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Die indische Regierung verkürzte im ganzen Land die Lebensmittelrationen. Die USA und die UdSSR sagten Indien neue Getreidelieferungen zu. Die von acht „heiligen“ Sikhs zur Erzwingung territorialer Vergrößerungen ihres Staates angedrohte Selbstverbrennung konnte in letzter Minute von der indischen Regierung verhindert werden.

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Der japanische Ministerpräsident Eisaku Sato kündigte Neuwahlen an. Nach Einsetzung einer Übergangsregierung löste der griechische König Konstantin das Parlament in Athen auf. Vor seiner Abreise aus der Türkei sprach sich der sowjetische Ministerpräsident Alexej Kossygin für die Erhaltung eines unabhängigen Staates Zypern aus.