MAN

Wir sind optimistischer als die meisten anderen Unternehmen des Maschinenbaus.“ Mit diesen Worten unterstrich Dr. Ulrich Neumann, Vorstandsvorsitzender der Maschinenfabrik Augsburg–Nürnberg AG (MAN) die günstige Lage seiner Gesellschaft. Vier Dinge sind es, die das Augsburger Unternehmen in der augenblicklichen rückläufigen Konjunktur von der Masse der deutschen Firmen unterscheiden: die weit über dem Durchschnitt liegende Zuwachsrate des Umsatzes, das Mitgehen des Ertrages, die beabsichtigten neuen Rekordinvestitionen und die steigende Belegschaftszahl.

Ein Nachlassen dieses für die Branche eindrucksvollen Wachstums ist vorerst noch nicht abzusehen. Zwar sind die Bestelleingänge hinter den hohen Werten des Vorjahres etwas zurückgeblieben, aber die Aufarbeitung des Auftragsbestandes wird auch im laufenden Geschäftsjahr dem Umsatz ein Wachstum von zehn Prozent oder noch mehr bringen. Die Kapazitäten sind zur Zeit gut ausgelastet. Man konnte es sich daher erlauben, Großaufträge auszuschlagen, bei denen die Gewinnmarge nicht befriedigte. Das ist in der deutschen Wirtschaft selten geworden.

Es ist aus diesen Gründen nicht erstaunlich, daß sich die Augsburger Gesellschaft auch in der Ertragskraft ausgezeichnet hat. Sie blieb 1965/66, wie der Geschäftsbericht vermerkt, „voll erhalten“. Der Ertrag ist also entsprechend dem Umsatz gestiegen, er hat diese Steigerung sehr wahrscheinlich sogar noch übertroffen. Die Dividende von wieder achtzehn Prozent ist der MAN, deren Hauptaktionär zu rund 63 Prozent die Gutehoffnungshütte Aktienverein ist (Rest Streubesitz), daher nicht schwergefallen. In die Rücklagen könne nämlich noch das anderthalbfache des Dividendenbetrages gesteckt werden. Und die Ertragsaussichten für das laufende Geschäftsjahr sind nicht schlechter zu beurteilen.

Die weiterhin „Gute Hoffnung“ drückt sich auch in den Investitionen aus, nachdem sie bereits 1965/66 auf 61 (plus 11) Millionen Mark erhöht worden sind, sollen sie im laufenden Jahr mit rund 70 Millionen einen Rekord erreichen.

Die MAN verdankt ihre guten Ergebnisse dem breitgestreuten Produktionsprogramm. Rund die Hälfte des Umsatzes entfällt auf Lastkraftwagen, Omnibusse und deren Kundendienst, die andere Hälfte umfaßt eine Vielzahl Erzeugnisse auf den verschiedensten Gebieten. Die Skala reicht vom einfachen Gasbrenner über Druckmaschinen, Dieselmotoren und Kräne bis hin zum schlüsselfertigen Großkraftwerk. eh