Namen und Ereignisse, an die man sich erinnert

Jedes Jahr ist Gedenkjahr. Und am liebsten gedenkt man im runden Hunderter-Rhythmus. Woran also wird man sich im neuen Jahr erinnern, was wird man aus den Archiven fischen und in allerlei Aufsätzen und Reden präsentieren? Was war los – in den Jahren „67“?

Hans Multscher, nun ja, den Namen hat man vielleicht schon gehört – der Ulmer Maler also ist 1467 gestorben. Und ansonsten ist nicht viel überliefert, was heute, ein halbes Jahrtausend danach, noch besonders beeindruckt, etwa: Arnold Pannartz und Konrad Schweidheim, deutsche Drucker, führten die Druckkunst in Italien ein und gossen Ciceros „Epistolae familiares“ in Lettern; und 1467, vielleicht aber 1468, wurde Pedro Alvares Cabral geboren, einer, der später Brasilien entdeckte.

Da verlief 1567 schon eindrucksvoller: Die Londoner Börse wurde gegründet. Philipp II. entsandte den Herzog Alba nach den Niederlanden. In Kassel verstarb ein deutscher Landesfürst mit einem höchst seltenen Beinamen: Philipp der Großmütige, Landgraf von Hessen. Durch Vierteilung zu Tode gebracht wurde in Gotha der Reichsritter Wilhelm von Grumbach; er war in der Politik gestrauchelt. Claudio Monteverdi, den manche Leute für einen modernen Komponisten halten, wurde in Cremona geboren. Auf Schloß Sales bei Annecy erblickte Franz von Sales das Licht der Welt; er ist der Schutzheilige der katholischen Schriftsteller. Bei St. Dénis erlitten die Hugenotten die entscheidende Niederlage.

Weitere hundert Jahre darauf, 1667, begann Ludwig XIV. seine Revolutionskriege, bekannter als „Die Eroberungskriege“. Wichtiger ist wohl, daß in jenem Jahr Jonathan Swift zur Welt kam. Der französische Arzt Jean Denis nahm die erste Bluttransfusion vor. Und Paris erhielt eine Straßenbeleuchtung. In Rom beging Francesco Borromini, italienischer Barockbaumeister und Bildhauer, Selbstmord.

„Das Kapital“ erschien

Wiederum hundert Jahre später, 1767, wurde Tahiti entdeckt. Lessing wurde Dramaturg am Nationaltheater in Hamburg. Bemerkenswerte Männer wurden geboren: Joachim Murat, der Napoleons großer Reiterführer werden sollte, in La Bastide, der Humanist und Kulturpolitiker Wilhelm von Humboldt in Potsdam, der gelehrte Dichter August Wilhelm Schlegel in Hannover, Andreas Hofer, der Tiroler Freiheitsheros, in St. Leonhard im Passeiertal. In Hamburg starb der Komponist Georg Philipp Telemann.