Gratisaktien beim RWE

Das RWE (Rheinisch-Westfälisches Elektrizitätswerk AG) wird für das Geschäftsjahr 1965/66 (30.6.) eine Dividende von 14 (16) Prozent ausschütten. Außerdem wird vorgeschlagen, das Aktienkapital durch Umwandlung von Rücklagen im Verhältnis 4:1 zu erhöhen. Im laufenden Geschäftsjahr dürfte eine Dividende von 14 Prozent auf das erhöhte Kapital gezahlt werden, so daß die Aktionäre unter Berücksichtigung der Gratisaktien für beide Jahre eine echte Dividende von 17,5 Prozent erhalten. Bei der Gesellschaft zahlt sich jetzt die in den vergangenen Jahren „vorsichtige“ Dividendenpolitik aus.

Dividendenerhöhung auch bei HEW?

Bei den Hamburgischen Electricitäts-Werken (HEW) hält man an der Börse eine Dividendenerhöhung von 11 auf 12 Prozent für möglich. Wie aus Bankkreisen zu erfahren ist, wird das Unternehmen für 1966 einen guten Abschluß vorlegen können. Bekula hat bereits die Dividende auf 12 Prozent aufgestockt, die Nordwestdeutschen Kraftwerke kündigten eine Erhöhung der Ausschüttung auf 14 (13) Prozent an, und auch das RWE zahlt ebenfalls mehr an seine Aktionäre. Damit wird die Prognose erhärtet, daß die Versorgungswerte (Börsenausdruck: Papiere für Witwen und Waisen) zu den krisensichersten Aktien zählen.

Keine Zinsverbilligung

Wie von der Deutschen Girozentrale mitgeteilt wird, können Zinsverbilligungsanträge nach den zur Zeit noch gültigen Richtlinien auch ab Januar 1967 von den Hausbanken nicht bearbeitet werden. Der seit Anfang Mai bestehende Antragsstopp bleibt aufrechterhalten. Ferner fallen bisher gültige Ausnahmen von dieser Sperre fort (Wasserwirtschaft, Landarbeitereigenheimbau, Maßnahmen nach den Richtlinien für Aussiedlung, Aufstockung der baulichen Maßnahmen in Altgehöften). Von der Antragsperre ausgenommen sind lediglich Kredite zur Förderung der Fischwirtschaft. Das weitere Schicksal der Zinsverbilligung hängt von den Sparmaßnahmen im Bundeshaushalt ab.