Sehr sehenswert:

"Der Hausmeister" (The Caretaker), von Clive Donner. Der listenreiche Kampf des Tramps Davies um eine Schlafstatt unterm Dach der Brüder Aston und Mick. Clive Donner hat die Natur des Stücks von Harold Pinter respektiert und nicht versucht, es in die "Sprache des Films zu übersetzen". Der Dialog, in dem die Personen ihre Absichten verraten und verschleiern, der sich selbständig macht und die Beziehungen der Personen selbsttätig reguliert und stört, bleibt das wesentliche Medium auch des Films, weit mehr als ein Vehikel der Handlung. Ein Film über Sprechgewohnheiten und Sprachklischees und die Unfähigkeit zur sprachlichen Kommunikation. Mit den Darstellern der berühmten Londoner Uraufführung: Donald Pleasance, Alan Bates und Robert Shaw.

Bereits besprochen: "Fahrenheit 451", von Françoise Truffaut. Kein Science-fiction-Film, sondern ein. Film über science-fiction, das heißt, über das Wesen gewisser zivilisatorischer Zwangsvorstellungen. "Abschied von gestern", von Alexander Kluge. Eine kinematographische Entdeckungsreise in ein Stück deutscher Gegenwart und Geschichte. "Wilder Reiter GmbH", von Franz-Josef Spieker. Amerikanische Mythologie (Success, Publicity, Gangster), auf deutsche Bilderbuch-Vorstellungswelt projiziert, eine komische Lektion über zeittypische Sehgewohnheiten und Sehfehler. "Wer hat Angst vor Virginia Woolf?", von Mike Nichols. So gut wie ein gelungener Theaterabend. Nach Edward Albee, mit Richard Burton und Elizabeth Taylor.

Ferner laufen:

"Der Tod eines Doppelgängers", von Rolf Thiele. Ein Mann studiert die Rolle eines anderen ein, beseitigt diesen, setzt sich an seine Stelle und wird an seiner Stelle verhaftet, weil der andere eben auch einen Mord begangen hat. Man muß nicht gleich an Hitchcock denken, um sich vorzustellen, was filmischer Sachverstand auch aus einem so trivialen und verbrauchten Motiv machen kann. Für Rolf Thiele ist es nur windiger Vorwand, um seiner Anthologie sexualpsychologischer Besonderheiten ein paar neue Stücke – von geringem Seltenheitswert – beizufügen.

"Kopfstand, Madam", von Christian W. Rischert. "Jagt den Fuchs", von Vittorio de Sica. "Made in Italy", von Nanni Loy. Seitensprung auf italienisch", von Pasquale Festa Campanile. "Unser Boß ist eine Dame", von Dino Risi. "Hier war ich glücklich", von Desmond Davis. "Der Glückspilz", von Billy Wilder. "Der Mann, der zweimal lebte", von John Frankenheimer. "Nicht so schnell, mein Junge", von Charles Walters.

Ärgerlich: