Laute Geräusche sind technischer Rückschritt

Von Theo Löbsack

Von einer drastischen Methode, eine unerträgliche Lärmbelästigung endlich abzustellen, berichtet das amerikanische Magazin "Time": Ein japanischer Student, so heißt es, wurde bei seinen Examensvorbereitungen durch einen Dampfhammer gestört, der vor seinem Studierzimmer unablässig Pfähle in den Boden rammte. Der junge Mann geriet darüber derart in Erregung, daß er hinauslief und seinen Kopf zwischen den Pfahl und den herabsausenden Hammer hielt.

Lärm geht uns offenbar auf die Nerven, und empfindsame Naturen kann er zur Verzweiflung treiben. Was Lärm anzurichten vermag, wußten schon die alten Chinesen, als sie Verbrecher zum "Musiktod" verurteilten. Marcel Proust war so geräuschempfindlich, daß er sein Arbeitszimmer mit Kork ausschlagen ließ, um ungestört schreiben zu können. Noch nicht lange ist es her, da las man in den Zeitungen von der seltsamen Tat Michael Guttenbrunners, des Wiener Dichters und Staatspreisträgers. Guttenbrunner waranscheinend im Zustand verminderter Zurechnungsfähigkeit zur Wiener Höhenstraße geeilt, um dort mit einer Axt in der Hand "wider den Lärm in der herrlichen Natur" vorzugehen. Er tat dies, indem er erbarmungslos auf alle Fahrzeuge einschlug, die ihm mit ihren nichtsahnenden Insassen begegneten.

Warum stört uns der Lärm, dieses lästige Abfallprodukt des technischen Fortschritts, was richtet er an, und was können wir gegen ihn tun?

Jeder weiß, daß ein lauter Knall einen Menschen vorübergehend taub machen kann. Wer längere Zeit starkem Lärm ausgesetzt ist, Kann sein Hörvermögen sogar für immer verlieren. Eingehende Studien haben den Zusammenhang zwischen dem Grad des Lärms und der Art der Hörschäden geklärt.

Körperliche Lärmschäden