Zu empfehlen für alle Sowieso-Griechenlandreisende, die gern zusätzlich ein paar Sehenswürdigkeiten mitnehmen, welche weder im Baedeker noch im Guide Bleu stehen:

Werner Ekschmitt: Ins unbekannte Griechenland; Safari-Verlag, Berlin; 306 Seiten, 35 Photos; 24,80 Mark.

Ekschmitt führt seine Leser nicht ins dunkelste Griechenland, wo die Straßen am holprigsten sind und die Wohltaten der Zivilisation am fernsten. Die meisten Orte, deren Besuch er empfiehlt, liegen gleichsam am Wege, nur wenig abseits der touristischen Trampelpfade. Siebzehn solcher Stätten führt er auf, alles Stiefkinder des Philhellenismus. Das klassische Amphiareion gehört dazu, Äginas mittelalterliche Hauptstadt Paliachora, die fränkische Burg Phylla auf Euböa. Hand aufs Herz: Welcher Korinthfahrer ließe nicht Isthmia links, Perachora rechts liegen? Wer erinnerte sich, auf der Autobahn von Athen zur Peloponnes brausend, der düsteren Geschichte der Skironischen Felsen?

Ich hatte mir eingebildet, ich kenne die Argolis ganz gut. Nichts da: Die Kuppelgräber von Dendra waren mir entgangen, das mythische Midá ist mir unbekannt geblieben; von der Schönheit der Panajia-Kirche zu Merbeka hatte ich nichts geahnt; an der Pyramide von Kephalari war ich immer vorbeigefahren und was Lerna anbelangt, wo Herakles die Hydra erschlug, so habe ich bei Ekschmitt zum erstenmal von dem Ersatzphallus gelesen, den sich Gott Dionysos dorten aus Feigenholz schnitzte.

Ein Buch für Griechenland-Anfänger ist dies also nicht – es ist ausgesprochen für Fortgeschrittene. Der Band ist übrigens nobel gedruckt, wenn auch manche Photos reichlich hausbacken wirken. Einige lesenswerte Kapitel über griechische Sitten, vertrauenerweckende Wegebeschreibungen, ein Verzeichnis der Fachausdrücke, ein Index und eine Karte runden das nützliche Werk ab. Th. S.