Die immer wieder auftauchenden Börsengerüchte um eine echte Kapitalerhöhung bei dem größten europäischen Stromversorgungsunternehmen sind in der Pressekonferenz des RWE – wieder einmal – zerstört worden. Die Aktionäre werden auch in diesem Jahre nicht zur Kasse gebeten.

Das ist nicht nur Rücksichtnahme auf die schmalen Geldbeutel der Kommunen, die beim RWE über die Kapitalmehrheit verfügen; der Essener Elektrizitätskonzern kann es sich – wie gegenwärtig kaum ein anderes Industrieunternehmen – vielmehr leisten, auf seine eigene Kraft zu vertrauen. Die Finanzierung der seit Jahren anhaltend hohen Investitionen – in den letzten drei Jahren ist fast das doppelte Grundkapital investiert und davon mehr als zwei Drittel aus Abschreibungen finanziert worden – gelingt mühelos, ohne daß die Aktionäre wie etwa bei den großen Chemiekonzernen dafür in Anspruch genommen werden mußten. Ganz im Gegenteil, mit einer Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln von bisher 960 auf 1200 Millionen. Mark werden die Aktionäre noch zusätzlich an der Substanz des Unternehmens beteiligt.

Die Kapitalberichtigung war fällig geworden durch die neuen aktienrechtlichen Vorschriften über die Behandlung von stillen Reserven. Abel es ist recht bemerkenswert, daß diese "unfreiwillige" Reaktivierung früherer Gewinnanteile noch ganz erheblich über den für die Kapitalberichtigung erforderlichen Betrag hinausgeht. Trotzdem geben die jetzt ausgewiesenen Rücklagen mit 760 Millionen Mark noch ein ansehnliches Polster ab.

Für die Dividende hat die RWE-Verwaltung diesmal die Aufspaltung in 14 Prozent plus 3,5 Prozent Bonus gewählt. Das ist offenbar im Hinblick auf das nächste Jahr geschehen.

nmn