Die Ernennung des Ministerialdirigenten Schöllhorn zum Staatssekretär hat wieder einmal gezeigt, daß es Bundeswirtschaftsminister Schiller vor allem um die Sache geht. Schiller hat den von der FDP seinerzeit vorgeschlagenen Staatssekretär Neef im Amt gehalten und sich jetzt mit Johann Baptist Schöllhorn einen Nachfolger für Wolfram Langer bestellt, der ebenfalls nicht nach der Parteimitgliedschaft ausgesucht wurde. Langer wechselte mit Schmücker ins Schatzministerium. Schöllhorns Auffassung über moderne Konjunkturpolitik, die mit denen seines Ministers seit langem übereinstimmt, dürfte den Ausschlag gegeben haben.

Trotz seiner Beliebtheit im Hause wird es der neue Staatssekretär, der am 16. März erst 45 Jahre alt wird, nicht leicht haben, das Haus in den Griff zu bekommen. Auch er ist wie seine beiden Vorgänger Westrick und Langer nicht Verwaltungsfachmann. Vor vier Jahren, 1963, war er noch Regierungsdirektor, als Unterabteilungsleiter war er für wirtschaftspolitische Grundsatzfragen und für die internationale wirtschaftliche Zusamemnarbeit zuständig.

Schöllhorn hat zwar die Abteilungsleiterstufe übersprungen, aber er wird seinem bisherigen Abteilungsleiter dennoch nicht Vorgesetzter sein. Ministerialdirektor Gocht geht voraussichtlich als stellvertretender Generalsekretär zur OECD nach Paris. So ist die Grundsatzabteilung zur Zeit etwas verwaist. ks