Die deutsche Automobilindustrie muß kurztreten. Um die hohen Lagerbestände abzubauen und die Produktion der verringerten Nachfrage anzupassen, ruht bei den drei Großen der Branche im ersten Quartal dieses Jahres die Arbeit an 41 Tagen: beim Volkswagenwerk an 16 Tagen, bei Opel an 10 und bei Ford an 15 Tagen.

Welche Auswirkungen die Kurzarbeit neben dem direkten Lohnausfall für die Arbeiter hat, zeigt ein Blick in die Bücher des größten deutschen Unternehmens, des Volkswagenwerks. Bei einem Umsatz von ungefähr zehn Milliarden Mark – die genaue Zahl ist noch nicht bekannt – hat das Werk im letzten Jahr rund fünf Milliarden Mark für den Einkauf von Material, Betriebsmitteln und Maschinen ausgegeben. Rechnet man diesen Betrag auf den Ausfall von 16 Arbeitstagen um, so wird das VW-Werk bis Ende März für 332,8 Millionen Mark weniger einkaufen.

Das bedeutet, daß im Volkswagenwerk und bei den Zulieferern große Mengen an Rohstoffen weniger verarbeitet werden. An den 16 arbeitsfreien Tagen könnten rund 100 000 Wagen produziert werden. Für deren Produktion würde das VW-Werk unter anderem benötigen:

47 400 Tonnen Stahl

3 600 Tonnen Leichtmetall (hauptsächlich Magnesium und Aluminium)

3 900 Tonnen Kunststoffe (Dämmmaterial)

1 800 Tonnen Glas