Nur zögernd und in kleinen Dosen vollzieht die Deutsche Bundesbank die Abkehr von ihrer Restriktionspolitik, Zwei Bedingungen hatte sie dafür gestellt: Ausgleich des Haushalts und Vernunft bei den Lohnverhandlungen. Beide Bedingungen sind erfüllt, dennoch kann man noch nicht von einer Wende der Notenbankpolitik sprechen.

Auf der einen Seite hat Bundesbankpräsident Blessing als Gast der CDU erneut davor gewarnt, durch allzu hohe Ausgaben der öffentlichen Hand die Inflation wieder anzuheizen; auf der anderen Seite kündigte er an, die Bundesbank werde die Regierung nicht im Stich lassen, wenn die Steuereingänge niedriger sein werden, als jetzt im zusammengestrichenen Etat angesetzt!

Die Bundesbank sollte sich jetzt klar und eindeutig entscheiden, ob sie die auf eine "kontrollierte Expansion" ausgerichtete Politik der Regierung voll und ganz unterstützen will oder ob sie durch die Politik die Stabilität der Währung gefährdet sieht. Wenn aber Blessing mit seiner Äußerung, in Deutschland seien die Investitionen zu niedrig, die Meinung der Bundesbank wiedergibt, dann sollte diese sich ohne Zögern hinter Schiller und Strauß stellen, gerade weil in jeder Krise ein psychologischer Kern steckt. mh