Ohne die Aufträge aus dem Ausland hätte die deutsche Industrie das Konjunkturtief der letzten Monate noch sehr viel empfindlicher gespürt. Zehntausende von Arbeitsplätzen würden heute leerstehen, wenn die Nachfrage aus den Ländern der EWG und aus Übersee nicht die sinkenden Auftragseingänge aus dem Inland teilweise ausgeglichen hätten. Im November des vergangenen Jahres nahm beispielsweise der Auftragseingang aus dem Inland um fast 12 Prozent ab, die ausländischen Orders dagegen stiegen um über 16 Prozent. Da wegen der nachlassenden Wirtschaftstätigkeit im Inland gleichzeitig die Importe abnahmen, erzielte die deutsche Wirtschaft mit 7,9 Milliarden im vergangenen Jahr den höchsten Ausfuhrüberschuß seit 1961. Die stärkste Zunahme der Exporte konnte im Handel mit Italien und den USA verzeichnet werden. In Italien war es der Wiederaufschwung der Wirtschaft und n Amerika die inflationäre Preisentwicklung im Gefolge des Vietnamkrieges, die zu einer steigenden Nachfrage nach deutschen Gütern führte. Wichtigster Handelspartner der Bundesrepublik blieb auch 1966 Frankreich.