In der Automobilindustrie geht wieder einmal die bange Frage um: Wer bleibt? Im letzten Jahr wurden noch einmal eineinhalb Millionen Personenautos zugelassen, nur 11 400 oder nicht einmal ein Prozent weniger als im Vorjahr. Angesichts dieser Zahlen könne man nicht von einer Krise sprechen, meinte Verkaufschef Hahnemann von BMW. Doch immerhin, der Absatz stockt.

Mit der Stagnation aber tauchen wieder die gleichen Vorwürfe auf, die bereits Anfang der sechziger Jahre gegen die Automobilindustrie erhoben wurden: Sie habe ihre Kapazität zu sehr ausgebaut. Damals prophezeite die EWG-Kommission, daß die Jahreskapazität in Europa Ende des Jahrzehnts um ein bis zwei Millionen Autos zu groß sein werde. Jetzt hält Hahnemann dem VW-Werk, Opel und Ford vor, sie hätten ihre Produktionskapazität darauf abgestellt, daß der Aufschwung der deutschen Wirtschaft im gleichen Maß wie bisher weitergegangen wäre.

Nun, die Unternehmen werden sich daran gewöhnen müssen, ihre größere Kapazität nicht immer voll auslasten zu können. Die Folge ist ein immer härter werdender Wettbewerb auf dem Automobilmarkt und eine Verschiebung der Marktanteile. Es wird nicht ausbleiben, daß damit die Neigung zu weiteren Zusammenschlüssen in der Autoindustrie wächst. Die Fusion zwischen BMW und Glas wird daher nicht die letzte gewesen sein. hm