Am 25. März vor zehn Jahren wurde Rom der EWG-Vertrag unterschrieben. Das Ziel dieses Vertrages, der von Zoll- und Handelsschranken befreite Gemeinsame Markt, soll am 1. Juli 1968 erreicht sein.

Von diesem Ziel sind wir heute aber noch weit entfernt. Das zeigt sich beispielsweise, wenn man eine Flasche Sekt, eine Flasche Weinbrand und eine Dose von fünfzig Zigaretten als Geschenk von einem EWG-Land in ein anderes schickt, und zwar von der Bundesrepublik nach Belgien. Nach den Warenbegleitpapieren – drei Blatt – haben dann die zwei Flaschen "Lebenswasser" – so die Zollerklärung – einen "deklarierten Wert" von 21,60 Mark. Um sie und die Zigaretten zu erhalten, muß man 33,20 Mark bezahlen – und zwar 23,52 Mark "Einfuhrgebühren" sowie 6,64 Mark Umsatzbeziehungsweise Luxussteuer (in Belgien bis zu 18 Prozent), dann 2,40 Mark Lager- und Zustell- und Bearbeitungsgebühren sowie schließlich noch 50 Pfennig dafür, daß dem Empfänger Zoll und Luxussteuer vorgelegt werden. hb