Künftig werden auch Bundesbürger billiger in die Vereinigten Staaten fliegen können. Statt für 1916 Mark in der Economy Class werden Einzelreisende kaum mehr als 1100 Mark zu zahlen haben, wenn sie mit einem sogenannten Pauschalflug (IT-Reisen) ein Hotel Garni für etwa 14 Tage in den Vereinigten Staaten buchen. Rund 1400 Mark wird ein volles Ferienarrangement für 14 Tage kosten; das ist der Preis der Liniengesellschaften in Ausnahmefällen für Hin- und Rückflug innerhalb von drei Wochen.

Die Billigflüge in die USA sind möglich geworden, weil Präsident Johnson am 30. Januar erstmals einer deutschen Bedarfs-Luftgesellschaft, der Südflug, die lang umkämpften Verkehrsrechte über den Nordatlantik für IT-Reisen zu allen US-Staaten (auch Hawaii) gewährt hat. Damit ist gegen die Stimme der Liniengesellschaften und amerikanischen Charterfluggesellschaften eine legitime Lücke in das Preiskartell auf der lukrativen Atlantik-Route geschlagen.

Den Vorteil davon haben nicht nur die dynamische Südflug, die bereits im vergangenen Jahr im bisher erlaubten Gruppenreiseverkehr 4000 Passagiere über den Ozean geflogen hat und für 1967 bereits heute 130 Flüge für 20 000 Passagiere planen. Den Nutzen haben vor allem die Bundesbürger, die künftig in Reisebüros billige IT-Reisen nach den USA buchen können ohne Mitglied eines Vereins sein zu müssen.

Auch die Amerikaner rechnen sich eine Chance aus. Sie hoffen, daß deutsche Touristen dazu beitragen, die negative amerikanische Bilanz auszugleichen. Bleibt abzuwarten, ob die Liniengesellschaften an ihren bisherigen Atlantiktarifen festhalten können.