Einer lautstarken Minderheit katholischer Würdenträger ist jedes Argument recht, um vernünftige Lösungen zu hintertreiben. Dahinter steht offenbar die Furcht, es werde der christlichkatholische Glauben geschwächt, wenn er nicht in der Schule den Sechs- bis Zehnjährigen Stunde für Stunde vor Augen gehalten wird. Wir sind, mit den meisten Protestanten und vielen aufgeschlossenen Katholiken, der Ansicht, daß diese Furcht unbegründet ist.

Nachdem wir oft genug, ein bißchen zu oft, gehört haben, wie lebenswichtig Konfessionsschulen für eine Demokratie seien, zeige sich schon darin, daß es in Hitlers Deutschland keine Konfessionsschulen gegeben habe, vernehmen wir mit einigem Erstaunen das neueste Argument des Freiburger Erzbischofs und des "Osservatore Romano": Die Konfessionsschulen in Südwürttemberg-Hohenzollern dürften nicht abgeschafft werden, da Hitler dem Papst im Reichskonkordat von 1933 die Aufrechterhaltung von Konfessionsschulen versprochen habe. Wenn es keine besseren Argumente für staatliche Konfessionsschulen gibt, dann sollte man sie doch um des Himmels willen endlich in Gemeinschaftsschulen überführen. Darunter wird der christlichkatholische Glauben nicht leiden. Leo