König Konstantin von Griechenland beriet am Montag in einem Kronrat zwölf Stunden lang mit den Führern von fünf politischen Parteien und Erzbischof Makarios über die Zypernkrise.

Monatelang hatten 1966 in einer unbekannten europäischen Hauptstadt die Botschafter Griechenlands und der Türkei über einen Kompromiß verhandelt. Mit der neuen griechischen Übergangsregierung will Ankara jedoch anscheinend nicht abschließen. Die Neuwahl im Mai macht sich bereits bemerkbar: Andreas Papandreou, der angriffslustige Sohn des Zentrum-Unions-Führers, bezeichnete den türkisch-griechischen Dialog als eine Falle und beschuldigte die USA und die NATO, sie wollten Griechenland zwingen, der Teilung Zyperns zuzustimmen. Makarios erklärte vor Beginn des Kronrats, die Griechen Zyperns würden sich türkischen Erpressungen nicht beugen. Immerhin war er bereit, die für seine Polizeitruppen bestimmten Waffen aus der Tschechoslowakei vorerst einzulagern, um angedrohte Waffenlieferungen an die türkische Minderheit zu verhindern.

Die Türkei bemühte sich inzwischen um bessere Beziehungen zur Sowjetunion und zu Ägypten, die bisher mehr auf der Seite Makarios’ standen. Moskau hat sich bereits gegen einen Anschluß Zyperns an Griechenland festgelegt. Wie man in Ankara über die Krise denkt, demonstrierten neue Aufträge an norwegische Werften, die Landungsboote bauen sollen.