Noch ehe die Wählerstimmen in Nikaragua ausgezählt waren, bezichtigte die Opposition bereits die seit 38 Jahren herrschende sogenannte Liberale Partei der Familie Somoza des Wahlbetruges. Der 40jährige Präsidentschaftskandi- dat Anastasio Somoza, der die von seinem Vater gleichen Namens begründete und von seinem Bruder Luis fortgeführte Herrschaft übernehmen will, galt von vornherein als Favorit. Nach den blutigen Unruhen Ende Januar hatte die Regierung ein übriges getan und führende Oppositionspolitiker ins Gefängnis geworfen. Allerdings hatte es die Intervention der USA und der Kirche vermocht, daß diese Gegner der Somozas nicht gleich an die Wand gestellt wurden. Die wichtigste Zeitung der Opposition "La Prensa" wurde noch kurz vor der Wahl verboten.

General Somoza wird von seinen Gegnern beschuldigt, er habe des öfteren als Chef der Nationalgarde politische Häftlinge foltern lassen. Robert Kennedy hat bereits gefordert, man müsse die Wahlmethoden in Nikaragua untersuchen. Aber Washington sind die Hände gebunden, da sich Somoza als treuer Freund der USA bewährt hat. Seine Frau und seine fünf Kinder besitzen sogar ame-Finnische Pässe.