Doudou Thiam: Die Außenpolitik der afrikanischen Staaten. Econ Verlag, Düsseldorf; 232 Seiten, 18,– DM

Die afrikanische Politik ruht auf vier Säulen: Panafrikanismus, Négritude, afrikanischer Weg zum Sozialismus und Bündnisfreiheit. So jedenfalls formuliert es Doudou Thiam. Sein Wort verlangt Beachtung; er ist seit fünf Jahren Außenminister des Senegals, eines der politisch aktivsten und zugleich stabilsten Staaten Afrikas.

Thiams Buch unterscheidet sich wohltuend von einigen Büchern anderer afrikanischer Politiker, da es nicht Reklame macht für die politischen Thesen des Verfassers, sondern versucht, die Kräfte und die Motive der afrikanischen Politik grundsätzlich zu analysieren. Das macht dieses Buch nützlich für alle Politologen, die sich mit Afrika beschäftigten.

Allerdings beschränken sich die Kenntnisse des Verfassers im wesentlichen auf Westafrika. Wer etwas über den Osten und vor allem über den Norden zu finden hofft, wo Araber und Neger aufeinander treffen, der wird es vergeblich suchen. Hier verspricht der Titel mehr, als das Buch hält. Peter Grubbe