Hamburg

Mit Lippen von Leder und Lungen wie Blasebälge – so bliesen sie die Kreuzritterfanfare. Auf dem "4. NATO-Musikfestival" im vollbesetzten Stadion von Mönchengladbach, vom Zweiten Deutschen Fernsehen am Sonntag als Eurovisionssendung übertragen, war für die Musiker der Bundeswehr, in einer Kommißkürzel gesagt, "alles drin", preußische Gloria und bayerische Urhornkraft, Bonner Etiketteton und Berliner Unter-den-Linden-Schmiß, Potsdamer Disziplin und nun auch der exakte Schritt aus der Reihe, der das angelsächsische Tattoo kennzeichnet, die kunstvolle Marschfigur unter Musik. Ins hergebrachte Stabsmusikkorps-Instrumentarium bummerten Landsknechtstrommeln (wären sie nur nicht so pimpfenhaft bemalt!). "A la mi presente...", das alte Lied der Landsknechte, die vor Friaul zogen, wurde zelebriert. Keine schlechte Idee. Dann klatschte das Publikum links-rechts-rhythmisch Beifall; man marschierte aus unter den Klängen von "Friedericus Rex". Die Bundeswehr, sonst, bei NATO-Schießwettbewerben etwa, nicht sonderlich gut placiert, hatte sich unbestreitbar einen großen Erfolg ertrommelt, erpfiffen und erblasen. Und weil sonst so selten Anlaß dazu besteht, sei’s ausdrücklich angemerkt: Diesmal hat die Bundeswehr wahrhaft aufhorchen lassen. Twistgewohnte Mädchen am Fernsehschirm waren begeistert. Das macht wie eh und je – die Macht der Militärmusik, rst.