Auch in der Landwirtschaft ist Konzentration Trumpf. Im vergangenen Jahr hat die Zahl der bäuerlichen Betriebe weiter abgenommen. Zum erstenmal ging auch die Zahl der "bäuerlichen Familienbetriebe" zurück. Das sind Höfe mit einer Nutzfläche zwischen zehn und zwanzig Hektar, die heute kaum noch rentabel bewirtschaftet werden können. Dagegen stieg die Zahl der Betriebe mit über zwanzig Hektar Nutzfläche. Gegenwärtig werden schon zwei Drittel der knapp 13 Millionen Hektar umfassenden landwirtschaftlichen Nutzfläche von nur einem Drittel der insgesamt 1,4 Millionen Betriebe bewirtschaftet.

Trotz der ständigen Abwanderung aus der Landwirtschaft waren auch 1965 noch 10,6 Prozent aller Erwerbstätigen im Agrarsektor beschäftigt. Sie trugen allerdings nur 3,7 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei. Angesichts dieser krassen Differenz zu den Leistungen in anderen Wirtschaftsbereichen konnten auch die hohen direkten Subventionen den Einkommensunterschied gegenüber anderen Berufsgruppen nicht ausgleichen. Die Einkommen in der Landwirtschaft lagen im Wirtschaftsjahr 1965/66 (Juli bis Juni) um 33 Prozent (Vorjahr 23 Prozent) unter den Löhnen in der gewerblichen Wirtschaft.

Ein Vergleich der Nettoeinkommen (nach Abzug von Steuern und sozialen Abgaben) ergibt allerdings nur eine Differenz von 24 Prozent (Vorjahr 13 Prozent) zwischen Landwirtschaft und Industrie. In den Durchschnittszahlen sind die Arbeitskräfte in hauptberuflich und nebenberuflich bewirtschafteten Betrieben gemeinsam enthalten. Der krasse Unterschied, in den Bruttoeinkommen geht außerdem überwiegend auf das Konto der sogenannten Familienbetriebe. In Betrieben zwischen fünf und zwanzig Hektar beträgt der Einkommensunterschied 37 Prozent (Vorjahr 20 Prozent) und in Betrieben mit über fünfzig Hektar nur 19 Prozent. Die zuletzt genannte Gruppe hatte im Vorjahr sogar einen Überschuß von sechs Prozent gegenüber den Durchschnittseinkommen in der gewerblichen Wirtschaft.