Ein Mädchen – ein trauriges Mädchen? Ein sanftes, langweiliges, verwöhntes, oft alleingelassenes, verschlagenes, melancholisches, kluges, altkluges Mädchen? Ist die Puppe das einzige oder unter vielem anderem das liebste Spielzeug? Das sind Fragen, die kein Betrachter beantworten muß, die aber ein Photograph hervorrufen darf. Hier sind sie Bestandteil des Porträts, das Karin Szekessy aufgenommen hat und das jetzt in ihrer ersten Photoausstellung (in der Staatlichen Landesbildstelle, Hamburg, bis 28. Februar) zu finden ist. Ihr Titel "Wirkliches und Künstliches" umschreibt die photographischen Ressorts, die Karin Szekessy einfallsreich und fleißig durchstreift: Reportage, Atelier. Keines dieser Bilder ist langweilig. Vielleicht liegt es daran, daß sie (nicht erst im richtigen Moment vor der Momentaufnahme) nachdenkt, daß sie nicht meterweise Filme "verkaipst", dabei auf einen Treffer hoffend, sondern daß sie schon selektiert, ehe sie sich in die Dunkelkammer begibt. Was vielen ihrer Bilder den Hauch von Originalität gibt, ist wohl auch dies: Piotographie, betrieben als ein intelligentes, eigenwilliges, oft sehr subjektives Entdeckungsspiel. M. S.