Sehr sehenswert:

Bereits besprochen: "Abschied von gestern", von Alexander Kluge. Eine kinematographische Entdeckungsreise in ein Stück deutscher Gegenwart und Geschichte. "Der Hausmeister", von Clive Donner. Ein Film über Sprechgewohnheiten und Sprachklischees und die Unfähigkeit zur sprachlichen Kommunikation. "Fahrenheit 451", von Françoise Truffaut. Kein science-fiction-Film, sondern ein Film über Science-fiction, das heißt, über das Wesen gewisser zivilisatorischer Zwangsvorstellungen. "Wer hat Angst vor Virginia Woolf?", von Mike Nichols. So gut wie ein gelungener Theaterabend. Nach Edward Albee, mit Richard Burton und Elisabeth Taylor. "Wilder Reiter GmbH", von Franz-Josef Spieker. Amerikanische Mythologie (Success, Publicity, Gangster), auf deutsche Bilderbuch-Vorstellungswelt projiziert, eine komische Lektion über zeittypische Sehgewohnheiten und Sehfehler.

Sehenswert:

"Die Gräfin von Hongkong", von Charlie Chaplin. Mit Sophia Loren und Marlon Brando. Dieses Alterswerk des großen Komikers und Regisseurs ist von der Kritik unduldsam empfangen worden – zu Unrecht. Nicht um eine flache Komödie handelt es sich, sondern um eine Konfession: Auf einem Luxusdampfer, der wie ein Gefängnis ist und sicher jenem gleicht, in das Chaplin sich vor Jahrzehnten zurückgezogen hat, entdeckt ein reicher amerikanischer Diplomat sein Herz für eine ehemalige Prostituierte aus Hongkong. Um ihretwillen gibt er seine Karriere auf, läßt er alles fahren, was bis dahin sein Leben war. Chaplin möchte daran glauben. – an ein Gefühl wie dieses, vor dem alles nichtig wird. Und er möchte auf dem Luxusdampfer noch einmal die alten Sachen ausprobieren, die melancholischen Späße von einst inszenieren, sich erinnern, nicht alt, nicht reich sein. Aber er ist es doch, der Glanz einzelner Nummern vermag darüber nicht hinwegzutäuschen, und er weiß es und sagt es für den, der zu sehen versteht. Es handelt sich auch um einen sehr traurigen Film.

Bereits besprochen: "Das Irrlicht", von Louis Malle. Die Geschichte eines Selbstmords. "Der Gentleman-Zinker", von Jack Smight, der schon mit seinem schwarzen Kriminalfilm "Ein Fall für Harper" angenehm auffiel. Diesmal hat er einen eher heiteren Krimi gemacht. "Pharao", von Jerzy Kawalerowicz. Ein formal ehrgeiziger Versuch, das Genre des historischen Mammutfilms mit politischen und aktuellen Bedeutungen aufzuladen.

Ferner laufen:

"Der Glückspilz", von Billy Wilder. "Der Mann, der zweimal lebte", von John Frankenheimer. "Der Tod eines Doppelgängers", von Rolf Thiele. "Hier war ich glücklich", von Desmond Davis. "Jagt den Fuchs", von Vittorio de Sica. "Katz und Maus", von Hansjürgen Pohland. "Made in Italy", von Nanni Loy. "Nicht so schnell, mein Junge", von Charles Walters. "Seitensprung auf italienisch", von Pasquale Festa Campanile. "Unser Boß ist eine Dame", von Dino Risi.