Der italienische Ministerpräsident Aldo Moro, der in den letzten drei Jahren schon zweimal wegen Mißhelligkeiten in seiner Koalition links der Mitte zurückgetreten ist, entging am vorigen Wochenende mit Mühe einer neuen Regierungskrise. Im Senat hatte seine Regierung überraschend eine Niederlage erlitten. Mit knapper Mehrheit verwarf das Haus ein Gesetz, das Löhne und Gehälter für das Personal der Sozialversicherungsbehörden stoppen sollte.

Nur dem Umstand, daß die Christlichen Demokraten diese Niederlage als ein technisches Versehen auslegten, verdankte es Moro, daß die Sozialisten, seine wichtigsten Koalitionspartner, nicht in den Ruf der Kommunisten einstimmten, die seinen Rücktritt verlangten. Einige Sozialisten arbeiten seit langem auf einen Wechsel in der Regierungsspitze hin. Auch in der eigenen Partei wächst die Unzufriedenheit.