Heinrich Fraenkel und Roger Manvell: Himmler. Kleinbürger und Massenmörder. Aus dem Englischen übersetzt von Wilm W. Elwenspoek. Ullstein Verlag, Berlin; 260 Seiten, 18,50 DM

Aus der Besprechung des englischen Originals dieses Buches, das Waldemar Besson in diesen Spalten angezeigt hat, wiederholen wir die folgenden Sätze:

Nach der Materialseite hin bleibt kaum ein Wunsch offen. Die Darstellung liest sich leicht. Nur droht zuweilen angesichts der Fülle der Intrigen und Machtkämpfe um den Reichsführer SS und angesichts der komplizierten Details der Verwaltungsorganisation der Faden der Erzählung verlorenzugehen.

Man erfährt nicht klar genug, was denn nun eigentlich die Himmler und Göring so faszinierte; daß sie sich so bedingungslos einem Mann wie Hitler anvertrauten, dem sie sozial und bildungsmäßig überlegen waren. Man muß sich da manches erst zusammenreimen; bei Himmler das Pedantische und Bürokratische, das nun einmal das Leben in der Marschkolonne über das einer freiheitlichen Gesellschaft stellte und das die klaren Weisungen den ständigen Konflikten und Kompromissen vorzog.

Wir erfahren manche Einzelheit, auch vieles Neue, das wir bislang nicht gewußt haben. An Lesern wird es nicht fehlen. Gerade das aber, was den Biographen, der sich die totalitäre Herrschaft zu seinem Gegenstand wählt, besonders reizen muß, das Ineinander von Person und Apparat, das hohe Maß an Mitgestaltung bei gleichzeitig tiefster Sklaverei auch für den Akteur selbst, ist als darstellerische Aufgabe noch nicht gelöst.