Der Osten war für die deutschen Exporteure im vergangenen Jahr ein besonders ergiebiger Markt. Die Ausfuhren der Bundesrepublik nach Osteuropa, China und die UdSSR stiegen um 24 Prozent auf 3,3 Milliarden Mark. Umgekehrt konnten auch die östlichen Staaten ihre Ausfuhren nach Westdeutschland weiter erhöhen. Sie stiegen um 8 Prozent auf 3,1 Milliarden Mark.

Der wichtigste Partner war auch im vergangenen Jahr die Sowjetunion. Allerdings blieb das Volumen des Warenaustauschs mit 1,7 Milliarden Mark fast konstant. Die höchsten Zuwachsraten wies der Handel mit Bulgarien und der Volksrepublik China auf. Der Warenaustausch mit diesen Ländern stieg um 56 Prozent auf 604 Millionen Mark, beziehungsweise um 46 Prozent auf 888 Millionen Mark. Dann folgten Ungarn mit 692 Millionen und einer Steigerung um 16 Prozent, sowie die Tschechoslowakei (850 Millionen, plus 15 Prozent) und Rumänien (856 Millionen, plus 14 Prozent).

Trotz dieser beachtlichen Zuwachsraten ist der Anteil des Osthandels am gesamten Außenhandel der Bundesrepublik immer noch nicht höher als 4 Prozent. Insgesamt war die Handelsbilanz in östlicher Richtung fast ausgeglichen. Es ergab sich nur ein kleiner deutscher Überschuß, allerdings mit starken Abweichungen von Land zu Land. Im Handel mit der UdSSR entstand ein deutsches Defizit von 581 Millionen Mark und gegenüber Polen von etwa 100 Millionen Mark. Bei Bulgarien dagegen ergab sich ein Ungleichgewicht nach der anderen Seite. Die Bundesrepublik erzielte einen Überschuß von 239 Millionen Mark, bei Rumänien waren es 193 und bei der Tschechoslowakei 112 Millionen Mark.

Um besonders für die südosteuropäischen Länder den Zugang zum deutschen Markt zu erleichtern, will die Bundesregierung neue Einfuhrerleichterungen schaffen. Schon im Mai des vergangenen Jahres waren 3600 Warenpositionen, (das sind mehr als die Hälfte der im amtlichen deutschen Warenverzeichnis aufgeführten gewerblichen Güter) von der Kontingentierung befreit worden. Sie können seither ohne wert- und mengenmäßige Beschränkung in die Bundesrepublik eingeführt werden.

Die freigegebenen Güter entsprachen aber nur zum Teil der Exportpalette der Balkanstaaten. Deshalb plant man in Bonn jetzt gezielte Erleichterungen. Angesichts der relativ geringen Bedeutung der Ostimporte im Verhältnis zum Gesamtimport der Bundesrepublik ist das kein großes Risiko. Wesentlich größer ist auf der anderen Seite dir Effekt dieser Maßnahmen bei den Ostblockstaaten. Für sie ist die Bundesrepublik der wichtigste Handelspartner im Westen. Sie wird selbst innerhalb des Ostblocks bei Rumänien und Bulgarien nur noch von der UdSSR übertroffen. mj