Von Marietta niederer

Paris

Blick zurück... auf die dreißiger Jahre! Marlene Dietrich im Hosenanzug. Blick zurück im Zorn, auf hohe Kothurnschuhe mit grob geschnitzten Holzsohlen und auf die Damen-Smoking-Mode jener Jahre.

Und wieder einmal Internatskleidung für unartige kleine Mädchen, lieb anzusehen in Marineblau mit adretten weißen Strümpfen, weißen Tellerkragen und Manschetten an kurzen und langen Armein.

Und noch ein letztes großes Tam-Tam aus Afrika: sensationelles Holzperlengeklapper und Wippen von Baströcken, faszinierender Auftritt der schönen Wilden eines Stammes aus dem Busch mit kunstvollen, erschreckend hohen Perücken.

Drei Themen mit Variationen sind das Leitmotiv der Schau von Yves Saint-Laurent.

Eine maskuline Note bestimmt die Tagesmode. Sie gibt den Kostümen, zu denen lange Westen aus dem gleichen Stoff getragen werden, einen neuen Pfiff. Die Jacken sind noch länger als die Westen und gleiten dem Körper entlang, ohne die Taille zu betonen. Die Röcke darunter sind kurz, lassen das Knie sehen und sind in breite Quetschfalten gelegt. Aus demselben Stoff wie das Kostüm ist der kleine Herrenhut, der etwas schräg aufgesetzt wird. Recht breite Herrenkrawatten oder Eton-Schleifen an hellen Kragen werden unter den Westen sichtbar, und helle Manschetten mit Schmuckknöpfen schließen die schmalen Ärmel ab. Nadelgestreifte Herrenstoffe passen zwar zu diesen Anzügen; aber in farbigen Schotten und Gitterkarowolle sehen sie viel fröhlicher aus.