R. S., Bonn, im Februar

Kossygins Besuch in England war für die Gespräche zwischen Wilson und Kiesinger kein beschwingender Auftakt. So wenig man sich auch in Bonn durch manche zugespitzte Äußerung während des Kossygin-Besuchs beunruhigen ließ – einige Skepsis kam immerhin auf. Sie vermag nicht die grundsätzlich positive Haltung der Bundesregierung zur Mitgliedschaft Englands, in der EWG zu beeinflussen. Aber Bonn ist nicht bereit, sein Engagement für den Beitritt Englands zur EWG so weit zu treiben, daß sich daraus eine ernste Krise für die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft entwickeln könnte.

Damit wäre nach der Meinung der Bundesregierung niemandem gedient. Auch möchte Bonn heute nachdrücklicher als noch vor einiger Zeit prüfen, ob nicht England nach seinem Beitritt zur Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft deren Struktur in ihrer Anlage zu verändern suchen würde. Hier zeichnet sich also eine beachtliche Annäherung der Auffassung Bonns an die der französischen Regierung ab. Möglich, daß auch Englands Haltung in der Frage der Nonproliferation dabei eine Rolle spielt.

Die Briten kamen mit dem Wunsch nach einem vollen Devisenausgleich für die Stationierungskosten Großbritanniens. Aber auch hier hat die Bundesregierung den Besuchern keine übertriebenen Hoffnungen gemacht. Wilson ist am Rhein nicht vorangekommen. Die Sprunghaftigkeit der britischen Diplomatie lieferte der Bundesregierung ein Alibi für ihre Skepsis.