Von Werner Höfer

Unter den deutschen Politikern gehört Konrad Grundmann zu den jüngsten, was ein Vorteil, und zu den kleinsten, was kein Nachteil ist.

"Ihr Verband, die rheinische CDU, ist aber der größte?"

Der Exminister für Arbeit und Soziales aus dem letzten Düsseldorfer Franz-Meyers-Kabinett meint einschränkend: "der größte", das klinge zu sehr nach Cassius Clay:

"... doch der Landesverband Rheinland der CDU ist der mitgliederstärkste."

"Das bevölkerungsreichste Bundesland, Nordrhein-Westfalen, besitzt zwei CDU-Verbände. Ist das eine rheinisch-westfälische Spezialität?"

Im Handumdrehen zählt Konrad Grundmann einige kleinere Bundesländer auf, die sich gleichfalls den Luxus leisten, mit mehreren CDU-Verbänden aufzuwarten. Diese Erkenntnis führt zu der Frage, wie es um die Fusionsaussichten der CDU zwischen Rhein und Weser stehe. Konrad Grundmann, in dessen Verband immerhin Politiker von so überregionalem Format und konträrem Profil geführt werden wie Konrad Adenauer und Gerhard Schröder, Paul Lücke und Hans Katzer, Franz Meyers und Paul Mikat, macht bei Beantwortung dieser Frage aus seinem Herzen keine Mördergrube: Die rheinische CDU stehe einer Verschmelzung mit dem Verband der westfälischen Freunde durchaus positiv gegenüber. Gefragt, ob diese Regungen von den westfälischen Christdemokraten mit gleicher Intensität beantwortet würden, erinnert der rheinische CDU-Chef daran, daß er mit seinem Partner aus dem Westfalenland, Josef Hermann Dufhues, in einem freimütigen Gespräch zumindest darüber Einigkeit erzielt habe, daß die Koordinierungsstelle der beiden Landesverbände aktiviert werden soll.