Die deutsche Luftfahrt hat einen Triumph feiern können in jener Domäne, in der sie führend ist – im Senkrechtstart.

Jedes Land würde sich bemühen, einen solchen Erfolg möglichst gewinnbringend zu nutzen. In der Tat könnte die Do 31 Exportschlager werden. Den amerikanischen Verteidigungsfinanzplanungen für das Haushaltsjahr 1968 ist zu entnehmen, daß das Pentagon die Entwicklung eines senkrecht- und kurzstartenden Transportflugzeuges für die US-Army finanzieren will – ein Flugzeugprojekt, das in der Klasse der Do 31 liegt.

Hätten wir in der Bundesrepublik Leute vom Formate eines Henry Kuss, McNamaras Spezialisten für kommerzielle Auswertung wehrtechnischer Entwicklungen, der den Rüstungsexport um das Zehnfache steigern konnte – das Nächstliegende wäre, nicht die Entwicklungsgelder zu kürzen, sondern dem amerikanischen Heer die Do 31 zu verkaufen. Doch so wird wohl in zehn Jahren ein Verkäufer von Uncle Sam an Bonner Türen klopfen und ein Abbild der inzwischen längst vergessenen Do 31 als neueste Errungenschaft aus den USA anpreisen. ct.