Emanuel Shinwell, Führer der Labourfraktion im Unterhaus, bestärkte die Warnung Handelsministers Jays vor einem EWG-Beitritt Englands mit den Worten, er wolle sich nicht von Strauß und de Gaulle herumkommandieren lassen, zumal die Deutschen "durchtrieben wie die Affen" seien.

Fritz Erler, seit 1964 Vorsitzender der SPD-Fraktion im Bundestag, neben Brandt und Wehner Exponent des neuen SPD-Kurses, erlag am Mittwoch im Alter von 53 Jahren einer heimtückischen Krankheit. Der Berliner Friseursohn, seit 1931 Sozialdemokrat, wurde 1939 vom "Volksgerichtshof" als Hochverräter abgeurteilt. Seine politische Karriere begann er 1947 als Landrat in Tuttlingen.

Bernard Fall, Professor der Howard-Universität in Washington und einer der bekanntesten Indochina-Experten, kam bei der Beobachtung eines Gefechtes in Vietnam ums Leben. Der 40jährige Pentagon-Berater stammte aus Wien.

Karl Dietrich Erdmann, Kieler Rektor und Vorsitzender der Bildungskommission, forderte im Namen seiner Universität Bundespräsident Lübke auf, seine Entscheidung im Ordensteil Faßbinder zu revidieren. Der gleiche Appell kam von der Vereinigung deutscher Wissenschaftler und vom PEN-Zentrum.

Robert Oppenheimer, Leiter der amerikanischen Atomforschung im 2. Weltkrieg, starb im Alter von 62 Jahren an Halskrebs. Der Kernphysiker hatte die Mitarbeit an der Wasserstoffbombe verweigert; zeitweilig wurde er wegen angeblicher Sympathien für den Osten geächtet, bis Kennedy ihn rehabilitierte.

William C. Bullit, erster amerikanischer Botschafter in der Sowjetunion und zu Beginn des Krieges Botschafter in Frankreich, starb 76jährig in Paris an Leukämie. Der intime Berater Roosevelts rettete 1938 Sigmund Freud vor den Nazis und verfaßte später mit ihm zusammen eine psychologische Studie, über Präsident Wilson.