Bundesverkehrsminister Leber will dem Unfalltod auf unseren Straßen Schach bieten. Er hat sich dabei von Washington inspirieren lassen. In den USA soll unter anderem der serienmäßige Einbau von Sicherheitsgurten vorgeschrieben werden. Leber will den deutschen Automobilherstellern die gleiche Auflage erteilen. Er war bei seiner Entscheidung gut beraten.

Mit einer zusätzlichen Bemerkung hat der neue Verkehrsminister allerdings seine gute Absicht wieder abgewertet. Er sagte: "Ob der Autofahrer von den Gurten Gebrauch macht, ist seine Sache." Gewiß sprechen juristische Gründe dagegen, das Anlegen der Gurte zur Pflicht zu machen. Aber wäre es im Sinne der Sache nicht viel besser gewesen, wenn der Bundesverkehrsminister an die Autofahrer appelliert hätte, sich anzuschnallen? Er hätte sich sogar auf stichhaltiges statistisches Material stützen können. So ist aber zwangsläufig in der Öffentlichkeit, insbesondere aber bei den Automobilherstellern, der Eindruck entstanden, als wolle Leber nur eine optische Wirkung erzielen. rpk