Künftig soll es nach dem Willen der Machthaber in Ostberlin zwei deutsche Staatsvölker geben. Die Volkskammer verkündete am Montag ein "Gesetz über die Staatsbürgerschaft der DDR", obwohl sie damit gegen Artikel eins der DDR-Verfassung verstieß; "Es gibt nur eine deutsche Staatsangehörigkeit."

Als Staatsbürger der DDR gelten alle Personen, die am 7. Oktober 1949 als deutsche Staatsangehörige im Gebiet der DDR wohnten, oder dort hernach geboren wurden, auch alle, die seither geflohen sind. Das "Reichs- und Staatsangehörigkeitsgesetz" von 1913, das bisher in beiden Teilen Deutschlands rechtskräftig war, wurde aufgehoben.

Gleichzeitig bekräftigte die DDR ihren Souveränitätsanspruch durch ein Gesetz über die Ausbeutung des Festlandsockels in der Ostsee. Womöglich wird die DDR als nächstes für Berlinreisende aus der Bundesrepublik ein Transitvisum einführen. Auch ein eigenes Strafgesetzbuch wird vorbereitet.