Segel- oder Motorflugzeug – das ist für die RF–4 keine Frage. Sie ist beides. Der Pilot startet mit Motorhilfe und überbrückt Zonen ohne Aufwind. Ein Handgriff macht sein Flugzeug zum Gleiter. Für Kraftfahrer mit Fliegerambitionen und Pilotenschein ein neues und doch vertrautes Fluggefühl: Eine Variante des Motors aus dem Wolfsburger Käfer ist der Antrieb des Motorseglers von René Fournier.

Die Firmenehe des Bonner Flugzeugbau-Unternehmers Alfons Pützer mit der französischen Firma Alpavia zur Sportavia führte zur Serienproduktion in einer neuen Anlage auf dem Gelände des Flugplatzes „Dahlemer Binz“ in der Nähe von Schmidtheim (Eifel).

Die RF–4 ist eine Verbesserung der RF–3; von diesem Typ holten sich gleich zwei Flugzeuge mit 11 300 Metern über Cannes den Höhenweltrekord für Leichtflugzeuge. Besitzer der RF–4 versprechen sich einiges von den verbesserten Flugeigenschaften der neuen Konstruktion.

Gemessen an den Preisen für Sportflugzeuge ist der Motorsegler nicht teuer. Er kostet 19 500 Mark. Die Betriebskosten sind gering. Bei einer Geschwindigkeit von 180 Kilometern pro Stunde im Reiseflug verbraucht der Motor acht bis neun Liter Treibstoff in einer Flugstunde, im Sparflug (110 Kilometer in der Stunde) mit nur vier Liter weniger als ein Kleinwagen.

Als Triebwerk dient ein modifizierter VW-Motor von 1200 Kubikzentimetern. Die Kurbelwelle erhielt ein zusätzliches Drucklager. Gebläse und Anlasser wurden entfernt. Der „Rectimo“, so lautet der Name des Triebwerks, leistet im Start 39 PS.

Im Ausland ist die RF – 4 als kunstflugtaugliches Leichtflugzeug zugelassen, in der Bundesrepublik in der Kategorie der Motorsegler. Segelflieger mit ihrem Luftfahrerschein dürfen die RF–4 fliegen.

Im Ausland findet die Konstruktion großes Interesse. Von den 81 Bestellungen auf die 100 Flugzeuge der ersten Serie kommen die meisten aus dem Ausland.