Die Volkskammer in Ostberlin deklarierte eine "Staatsbürgerschaft der DDR". Justizminister Hilde Benjamin will die Todesstrafe in der DDR beibehalten. Peking protestierte gegen die Beschlagnahme von Aufnahmen aus Schaukästen der chinesischen Botschaft in Ostberlin. In einem Interview mit einer ungarischen Zeitung reihte Ho Tschi Minh die Bundesrepublik unter die großen Feinde Nordvietnams ein.

Von Belgrad bis Helsinki

Eine Delegation des jugoslawischen Gewerkschaftsbundes besichtigte bei einem Besuch Westberlins die Sperrmauer am Potsdamer Platz. Die bulgarische Regierung hob den Visumzwang für ausländische Touristen auf. In Prag wurde zum erstenmal nach dem Zweiten Weltkrieg eine Ausstellung deutscher Kunst eröffnet. Die Sudetendeutsche Landsmannschaft erachtet eine Annullierung des Münchener Abkommens durch die Bundesrepublik als "nicht bindend". Der Bundesminister für Gesamtdeutsche Fragen, Herbert Wehner, bat bei seinem Blitzbesuch in Helsinki den finnischen Staatspräsidenten um Vermittlung zwischen Bonn und Moskau.

Bonn – Paris – London – Washington

Die Bonner EWG-Gespräche Harold Wilsons und Georg Browns verdeutlichten das Dilemma der Bundesregierung zwischen der Bindung an Paris und der Hinneigung zu London. In Bonn verdichteten sich die Gerüchte über eine bevorstehende Abberufung des amerikanischen Botschafters George McGhee. Die "Zauberflöte" an der New Yorker Metropolitan (Dirigent: Josef Krips, Regie: Günther Rennert, Bühnenbild: Marc Chagall, Papageno: Hermann Prey) errang einen stürmischen Erfolg.

Protest gegen alte Parteien

Die jungen niederländischen Wähler wandten sich von den konfessionellen und ideologischen Parteien. ab. Die rechtsstehende israelische Oppositionspartei Herut will sich spalten. Für den Vorsitz der bayerischen FDP reichte der Bundestagsabgeordnete Josef Ertl seine Kandidatur ein. In Tübingen konstituierte sich ein NPD-Hochschulbund auf Bundesebene. Die ersten Wahlergebnisse in Indien deuteten aufeinen Rechtstrend hin.