Vom 1. April an erhalten Arbeitslose eine um 15 Prozent höhere Unterstützung. Der Beschluß des Bundestages wirkt sich aber nur für diejenigen aus, die brutto weniger als 300 Mark in der Woche oder 1300 Mark im Monat verdienen. Die übrigen Arbeitnehmer sind zwar ebenfalls versichert, für die Bemessung der Beiträge und Leistungen gilt jedoch der Höchstsatz von 1300 Mark monatlich.

Diese obere Grenze liegt künftig bei 191,40 Mark monatlich. Soviel erhält ein Arbeitsloser mit Frau und vier Kindern, solange diese Kinder keine eigenen Einkünfte haben. Sein Bruttoverdienst muß vorher 300 Mark in der Woche, sein Nettoverdienst, also nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben, 253 Mark in der Woche betragen haben. Bisher erhielt er eine Unterstützung von 131,70 Mark. Ein verheirateter Arbeiter oder Angesteller mit zwei Kindern und einem Nettowochenverdienst von 168 Mark erhält heute 105,90 Mark Arbeitslosengeld. Nach dem 1. April wird er 129,60 Mark bekommen.

Erreicht wurden die höheren Bezüge der Arbeitslosen dadurch, daß der Bundestag nach langem Hin und Her in der Regierung und in der Koalition beschloß, das Arbeitslosengeld auf 62,5 Prozent des letzten Nettoverdienstes zu erhöhen und gleichzeitig die Familienzuschläge von 9 auf 12 Mark pro Person und Woche heraufzusetzen.

Die Einnahmen eines Arbeitslosen werden in vielen Fällen noch durch das Wohngeld aufgebessert. Es wird entweder wegen des durch die Arbeitslosigkeit zurückgegangenen Einkommens überhaupt erst fällig oder es wird deswegen höher. Dazu kommen dann noch Ersparnisse bei der Lohnsteuer, die allerdings erst im Zuge des Lohnsteuerjahresausgleiches zurückgezahlt werden und deshalb dem Arbeitslosen in seiner augenblicklichen Lage wenig helfen.

Neu in das Gesetz über die Arbeitslosenversicherung aufgenommen wird eine Bestimmung, nach der für Arbeitnehmer, die sich beruflich weiterbilden, ein Unterhaltsgeld gewährt wird. Dieses Unterhaltsgeld liegt um ein Fünftel über der Arbeitslosenunterstützung und soll die Umschulung solcher Arbeitskräfte erleichtern, die keine Aussicht haben, in ihrem alten Beruf wieder Arbeit zu finden. Für einen Familienvater von zwei Kindern wird beispielsweise bei einem vorher ernsten Nettolohn von 168 Mark ein Umschulungsgeld von 162,53 Mark gezahlt. j. e.