Die Lokalpresse brachte es an den Tag: Jim Garrison, der 44 Jahre alte, als mutig bekannte Staatsanwalt von New Orleans, ist den Mördern Präsident Kennedys auf der Spur.

Der Staatsanwalt war über die Zeitungsmeldungen sehr ungehalten, doch bestätigte er in mehreren Interviews:

  • er wolle die These der Warren-Kommission widerlegen, daß der Mord von Dallas die Tat des neurotischen Einzelgängers Lee Harvey Oswald gewesen sei,
  • er wolle beweisen, daß es eine Verschwörung zur Ermordung Kennedys gegeben habe.

Insgesamt sollen vier oder fünf Personen an dem Mordkomplott beteiligt gewesen sein. Einer von ihnen ist vermutlich der 26jährige Kubaner Miguel Torros, ehemaliger Nachbar Oswalds, der jetzt im Gefängnis von New Orleans einsitzt. Gesucht wird noch ein "körperlich kräftiger und gefährlicher Kubaner", der angeblich zu einer Gruppe gehörte, die auf einem Grashügel in Dallas, hinter einem Holzzaun verborgen, dem Präsidenten aufgelauert haben soll.

Mit den Untersuchungen begann Garrison vor einigen Monaten, nachdem ihm bei der Lektüre des Warren-Reports und der 26 Protokollbände Zweifel aufgekommen waren, vor allem bei der Schilderung von Oswalds Umtrieben in New Orleans.

Der mutmaßliche Attentäter Oswald hatte nach seiner Rückkehr aus Rußland zunächst in Texas, dann, von April bis September 1963, in seiner Heimatstadt New Orleans gewohnt. In der ganzen Zeit scheint er fast nie gearbeitet zu haben, obwohl er eine Wohnung für 65 Dollar gemietet hatte und Frau und Kind versorgen mußte. Er ernannte sich selber zum Ortsgruppenleiter des "Fair Play for Cuba Committee", einer linksgerichteten Organisation in New York, die sich jedoch klar von ihm distanzierte, denn die ganze Ortsgruppe bestand immer nur aus Oswald allein. Immerhin: Nach einer Prügelei mit Exilkubanern kam er sogar zu einem Auftritt im Fernsehen.

Damals bewarb er sich auch um einen neuen Paß (den er sofort erhielt!), weil er angeblich in die Sowjetunion zurückkehren oder nach Kuba auswandern wollte, nachdem ihm seine Frau die Idee ausgeredet hatte, ein Verkehrsflugzeug in der Luft zu entführen und damit Kuba anzufliegen.