FÜR jeden, der sich für ein besonderes Kapitel der Kulturgeschichte interessiert, nämlich für die Versuche, die Mechaniker und Ingenieure seit der Antike unternommen haben, mit den Mitteln der Technik "Menschen" und "Tiere" zu konstruieren –

"Der mechanische Mensch" – Eine Sammlung von Texten und Dokumenten über Automaten, Androiden und Roboter, herausgegeben von René Simmen; Verlag René Simmen, Zürich; 197 S., 34,– DM.

ES ENTHÄLT Beschreibungen von Puppen, die sich wie ihre lebenden Vorbilder verhalten, die tanzen, schreiben, sprechen oder Nahrung aufnehmen und sogar verdauen können, Erzählungen über automatische Lebewesen von E. T. A. Hoffmann, Edgar Allan Poe, Jean Paul, Maurice Sandoz, etwas Science Fiction von Isaac Asimov, eine Szene aus Karel Capeks Roboter-Drama, ein wenig über denkende Apparate und viele sowohl amüsante als auch instruktive Bilder.

ES GEFÄLLT, weil die Legenden und Tatsachenberichte über Maschinenwesen, detaillierte Beschreibungen komplizierter Mechanismen und philosophische Essays über die technische Nachbildung von menschlichen Verhaltensweisen abwechslungsreich gemischt sind. Zwar wird das Buch im Klappentext als "Dokumentation" vorgestellt, aber just das ist es glücklicherweise nicht. Vielmehr wird die Geschichte vom Streben des Menschen, mit Preßluft- und Wassermotoren, Uhrwerken und elektrischen Schaltungen seinesgleichen zu konstruieren, in dieser Sammlung unterhaltend skizziert und vor allem in schönen Reproduktionen illustriert. Th. v. R.