Die deutsch-britisch-amerikanischen Verhandlungen über den künftigen Bonner Devisenausgleich für dieangelsächsischen Truppen in der Bundesrepublik wurden in London ohne den Hauptgläubiger eröffnet. Es hieß, Außenminister Rusk hätte noch nicht die Muße gefunden, Sonderbotschafter McCloy die notwendigen Instruktionen zugeben. Die Engländer drängten vergebens darauf, die Konferenz abzuhalten. Sie sind durch den selbstgesetzten Termin des 1. Juli gebunden, nach dem sie Truppen abziehen wollen, wenn Bonn nicht die vollen Devisenkosten ausgleicht.

Finanzminister Callaghan hat in leicht gehobener Wahlkampftonart (im März finden fünf Nachwahlen statt) verkündet, er habe die Mittel zur Unterbringung der heimkehrenden Rheinarmee schon freigegeben. Staatsminister Thomson hat Botschafter Duckwitz und dem McCloy-Vorreiter Bowie „massiven Abzug“ verheißen.

Die Engländer verlangen 850 Millionen bis eine Milliarde Mark für 50 000 Mann. Sie sind bereit, rund zwanzig Prozent der Summe, also die Devisen für 10 000 Mann, einzusparen. Bonn wird, wenn Minister Strauß nicht wieder alles umwirft, maximal dreißig Prozent (also für 15 000 Manr) durch zivile und militärische Käufe aufbringen.

Eine Umfrage des Bundesfinanzministeriums hat ergeben, daß Bund, Länder und Gemeinden äußerstenfalls zivile Güter im Wert von 250 Millionen DM in England kaufen könnten. Großbritannien bezweifelt, daß es sich dabei um zusätzliche, über die ohnehin beabsichtigten Käufe hinausgehende Bestellungen handeln würde. Die Bundesregierung möchte allerdings diese – gemessen an früheren Versprechungen – reduzierte Zusage nicht verbindlich geben.

Die Briten sind sehr verärgert, weil die Bundesrepublik nicht bei den von dem früheren Finanzminister in Aussicht gestellten 350 Millionen Mark bleiben will. Bonn hingegen ist verdrossen, daß Dahlgrün damals überhaupt, wenn auch eine halbe Zusage gegeben hat; denn er hätte sie nach der Haushaltslage nicht mehr geben dürfen. Großbritannien hatte damals die Zahlung von 350 Millionen Mark als unzureichend abgelehnt.