Urlaub wie die Erwachsenen – Angebote ab 69 Mark

Von Ferdinand Ranft

Australien ist das einzige Land, das wir nicht haben.“ Dieser Kommentar von Werner Steinkamp, Pressereferent der Auslandsstelle des Deutschen Bundesstudentenringes in Bonn, läßt die Dimensionen des diesjährigen Sommerreiseprogramms erahnen. Die studentische Reiseorganisation, die in einem winkeligen Bürgerhaus 65 hauptamtliche Mitarbeiter beschäftigt, hat das größte Angebot aller Jugendreiseorganisationen: zweihundert Ziele in vier Kontinenten. In London, Paris, Barcelona und Athen gibt es inzwischen Zweigstellen, an acht deutschen Universitäten hat die Auslandsstelle Büros. Das Ergebnis des letzten Jahres ist imposant: 23 000 Teilnehmer an Ferienreisen, 171 000 Teilnehmer an Transporten im Flugzeug, auf der Schiene und auf der Straße. Gesamtumsatz annähernd 15 Millionen Mark.

„Von einer Krise ist bei uns nichts zu spüren“, stellen die studentischen Reisemanager im Hinblick auf die kommende Saison fest. „So, wie sie für ihren ‚Deux Chevaux’ arbeiten, so verdienen sich die meisten Studenten auch ihre Ferienreise selbst.“ Eine starke Steigerungsrate gibt es bei den Flugreisen. Eine große Rolle spielt dabei, daß unausgenutzte Kapazitäten ausfindig gemacht werden. Auf diese Weise entstand zum Beispiel ein Vierzehn Tage-Trip von Düsseldorf nach Klosters. Die Maschine, die auf der Strecke Düsseldorf–Zürich–Tel Aviv verkehrt, hatte bis Zürich 92 Plätze frei. Das Ergebnis: zwei Wochen in der Schweiz, einschließlich Hin- und Rückflug, für 398 Mark. Zum ersten Male wird auch die spanische Biskaya-Küste von Düsseldorf aus angeflogen. Fünfzehn Tage Halbpension für 537 Mark. Studentenflüge gibt es neuerdings nach Brasilien (1502 Mark), Beirut (mit Aufenthalt in einem Studentenheim, 14 Tage 489 Mark), Tunesien (14 Tage ab Düsseldorf 565 Mark), und die Route nach New York wird für nur 740 Mark (hin und zurück) beflogen.

Eine Kuriosität: Flugreise nach Dublin, an die sich eine abenteuerliche Reise mit dem Zigeunerwagen anschließt. Die dreißig Plätze in den sechs Wagen waren im letzten Jahr ausverkauft. Gemeinsam mit dem österreichischen Büro für Studentenwanderungen können Studenten an einer zweiwöchigen Paddeltour auf der Donau von Salzburg nach Wien teilnehmen (297 Mark). Wer ein Bärenfell in einer finnischen Jagdhütte vorzieht, der nimmt in Travemünde das Schiff, verläßt es wieder in Helsinki, steigt in den Schlafwagen um und fällt nördlich von Oulu aus dem Bus in die Wildnis.

Zum Fernen Osten

Die billigste Reise kostet 69 Mark. Mit dem Bus ab Köln für eine Woche nach Paris. Vier Übernachtungen mit Frühstück sind im Preis inbegriffen. Die teuerste Reise kostet 3500 Mark und führt für 42 Tage in den Fernen Osten. Zunächst geht es quer durch Rußland, anschließend vierzehn Tage in Japan.