Das, worauf sich die Außenminister der zwanzig südamerikanischen Staaten während ihrer 3. OAS-Konferenz in Buenos Aires nicht einigen konnten, sollen demnächst die Staatschefs über die Bühne bringen: einen Gemeinsamen Markt und eine Militärallianz für Lateinamerika. Mitte April werden sich die zwanzig Staatsoberhäupter im uruguayischen Modebad Punta del Este an einen Tisch setzen.

Auch dort werden, wie schon in Buenos Aires, die Gegner jeder Integration auf dem Subkontinent vermutlich den Ausschlag geben. So lehnten elf Außenminister die Gründung eines dem OAS-Rat in Washington angegliederten „interamerikanischen Verteidigungskomitees“ ebenso ab, wie die Verschmelzung der beiden Wirtschaftsgemeinschaften, des Lateinamerikanischen Freihandelsverbandes mit dem Mittelamerikanischen Gemeinsamen Mark. Auch diese Vorschläge kamen aus dem Weißen Haus.

Die Versuche einiger lateinamerikanischer Staaten, ihre Beteiligung an der Präsidentenkonferenz von der Erörterung ihrer Probleme abhängig zu machen, schlugen fehl. Bolivien wird seinen Staatschef schicken, ohne daß über den Zugang des Landes zum Meer gesprochen wird; Ekuador wird nicht seine Grenzstreitigkeiten mit Peru vortragen, Argentinien nicht seine Ansprüche auf die britischen Falklandinseln wiederholen und Chile nicht verlangen, daß Washington vorher erklärt, wie hoch die Summe seiner Unterstützungsgelder ausfällt.