Lampen hinken immer etwas nach“, mit diesen Worten begründete Dr.-Ing. Heinrich Freiberger, Vorsitzender der Geschäftsführung der Osram GmbH, Berlin–München, die aufgestockte Lagerhaltung im Geschäftsjahr 1966/67. Im Gegensatz zu Massenartikeln wuchs der Absatz bei Speziallampen noch einmal um 6,7 Prozent. Allerdings war das Geschäft auch hier gegenüber dem Vorjahr, in dem die Zuwachsrate noch 10,6 Prozent betragen hatte, kräftig abgeschwächt.

Auch in der ersten Hälfte des neuen Geschäftsjahres mußte ein weiterer Rückgang der Zuwachsrate in Kauf genommen werden. Dennoch wird keineswegs nun in den Investitionsplänen zurückgesteckt. Werbung und Kundendienst werden im Gegenteil zusätzlich intensiviert. „Damit verhält sich das Unternehmen ‚antizyklisch‘, trägt also zur Überwindung der konjunkturellen Flaute bei.“ Das Unternehmen investiert weiter kräftig in Berlin, wo gegenwärtig 6400 Arbeiter und 1700 Angestellte beschäftigt werden. Im laufenden Geschäftsjahr werden nahezu 14 (9,8) Millionen Mark in erster Linie für Rationalisierung und Modernisierung ausgegeben. Und schließlich drückt sich auch in der personellen Besetzung der Berliner Firmenleitung die enge Verbindung zu Berlin aus. Sie wird von dem stellvertretenden Geschäftsführer und bisherigem Chef der gesamten Produktion, Dr. H. Straehler, und seinem Vertreter Dr. O. Herrmann übernommen. Für Osram ist Berlin also keine verlängerte Werkbank.

Für die Zukunftserwartungen von Osram insgesamt spricht die Kapitalerhöhung um 20 auf 80 Millionen Mark, die von den Gesellschaftern (Siemens, AEG-Telefunken, International General Electric Co) übernommen wurde. Bei einem Anlagevermögen von 125 Millionen beträgt jetzt das Eigenkapital 110 Millionen Mark. W. P.