Amerika hat die Kriegshandlungen gegen Nordvietnam ausgeweitet: Am letzten Wochenende richteten zum erstenmal weitreichende Haubitzen der US- Army nahe der entmilitarisierten Zone am 17. Breitenkreis ihr Feuer avif Flakstellungen in Nordvietnam. Gleichzeitig beschossen Einheiten der 7. Flotte — ein Raketenkreuzer und mehrere Zerstörer — Bahnlinien und Straßen entlang der nordvietnamesischen Küste.

Die Schiffsartillerie, die auch bei Nacht und schlechtem Wetter eingesetzt werden kann, soll die Luftoffensive unterstützen. Nach Angaben der Nordvietnamesen wurden bei dem Beschüß dichtbesiedelte Wohngebiete getroffen.

Seit Montag werden bestimmte Flußgebiete im südlichen Nordvietnam von US Flugzeugen mit Minen verseucht. Der Hafen von Haiphong bleibt jedoch minenfrei, da die USA Zwischenfälle mit sowjetischen Handelsschiffen vermeiden wollen.

In Südvietnam wurden in der sogenannten Kriegszone C, wo ein Hauptquartier der Vietcong vermutet wird, mehr als 40 000 US Soldaten in den Dschungel geschickt. Wie üblich, hatten sich die Vietcongtruppen schon vorher abgesetzt. Die Offensive war während der viertägigen Waffenruhe vorbereitet worden. Ungehindert von den pausierenden Vietcong und unter starker Dekkung aus der Luft rollten damals große Transportkolonnen von Saigon an die Front (Bei der Wiederaufnahme ihrer Luftoffensive hatten die US Militärs als Argument angeführt, Nordvietnam habe die Waffenruhe dazu benutzt, 25 000 Tonnen Nachschubgüter in den Süden des Landes zu bringen, von denen nicht einmal feststeht, wieviel für die Truppen und wieviel für die Zivilbevölkerung bestimmt waren )